Tipps für Mitarbeiter im Homeoffice

Veröffentlicht von Klaus Starch am

Mitarbeiter im Homeoffice

Als Mitarbeiter eines Unternehmens können Sie selbst dafür sorgen, Belastungen, die durch Ihre Arbeit zuhause entstehen, zu reduzieren. Diese Belastungen erwachsen unter anderem daraus, dass die klare Trennung zwischen Berufs- und Arbeitswelt verschwimmt. Zudem sind Heimarbeitsplätze in der Regel nicht dafür geeignet, konzentriert bis zu acht oder mehr Stunden pro Tag eine konstante Leistung für das Unternehmen zu erbringen. Doch es gibt Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken.

Äußere Rahmenbedingungen für Sie als Mitarbeiter

Das Homeoffice stellt die gleichen Ansprüche wie ein „normaler“ Arbeitsplatz – doch das ist in den seltensten Fällen zu gewährleisten. Ein paar Beispiele:

Das Homeoffice verleitet dazu, länger zu sitzen und sich weniger zu bewegen, da ein schneller Besuch bei den Kolleg*innen zur Klärung offener Fragen oder der Gang zum Kaffeeautomaten entfallen.

Dazu kommt, dass der Bildschirm zuhause meist kleiner ist als im Office. Häufig wünscht man sich vor allem bei Videokonferenzen zwei Bildschirmen, da man die Teilnehmer*innen und die Daten auf einem geteilten Desktop gleichzeitig sehen möchte. Doch für eine doppelte Monitorlösung reicht die Arbeitsfläche zuhause selten aus. Es sei denn, man okkupiert den Esstisch…

Auch der Rücken fordert sein Recht: Spätestens nach drei Tagen verursacht ein wenig ergonomischer Stuhl Schmerzen durch das mehrstündige Sitzen – denn dafür ist so ein Stuhl eben nicht konzipiert.

Der einzige Ausweg: Versuchen Sie, sich zuhause einen Arbeitsplatz einzurichten, der im Idealfall so ergonomisch ist wie der in Ihrem Büro.

Doch damit nicht genug: Ein ruhiges, unterbrechungsfreies Arbeitsumfeld ist schon im Büro eher selten optimal gegeben – im Homeoffice noch viel weniger. Schaffen sie daher Regeln, die Ihrer Familie oder anderen Mitbewohnern kommunizieren, wann sie an Ihrem Homeoffice-Arbeitsplatz gestört werden können und wann es ungünstig ist. Das bedeutet: Türe zu – und im Zweifelsfall von Außen ein Schild mit „Bitte nicht stören – Videokonferenz“ anbringen.

Innere Rahmenbedingungen für Sie als Mitarbeiter

Unterscheiden Sie zwischen festen Zeiten, die Sie für konzentriertes, störungsarmes Arbeiten reservieren, und Arbeitszeiten, die auch mal eine kurze Unterbrechung erlauben. Das hilft, der Arbeitswelt und dem privaten Umfeld gerecht zu werden. Ohne selbst permanentem Stress ausgesetzt zu sein.

Fehlt hier eine klare Trennung, so entsteht schnell das Gefühl, beiden nur bedingt gerecht zu werden . Der ansonsten erholsame Effekt, in die jeweils andere Umgebung „abzutauchen“, reduziert sich.

Um ein Verschwimmen zu vermeiden, sollten Sie klare Aktionen setzen. Machen Sie das Ende der Arbeitszeit und den Beginn der Zeit für das private Umfeld erlebbar. Dadurch wird Ihren Mitbewohnern im Haushalt klar dokumentiert, wann Sie ihnen wieder Ihre volle Aufmerksamkeit schenken. Eine solche Aktion kann in einem bewussten Kleidungswechsel zwischen Berufs- und Freizeitlook bestehen, oder in einem kurzen Spaziergang. Letzterer verhilft außerdem dazu, Sauerstoff tanken und abschalten zu können.

Auch die sozialen Kontakte im Unternehmen entfallen im Homeoffice. Doch sie führen am angestammten Arbeitsplatz zu einer Stressentlastung. Versuchen Sie, diese Kontakte aufrecht zu erhalten. Ein Aufruf zu einer gemeinsamen „virtuellen“ Tasse Kaffee oder einer Zigarettenpause (mit dem großen Vorteil, dass hier auch Nichtraucher ohne Rauchbelastung teilnehmen können) wirkt manchmal Wunder und verbessert die Zusammenarbeit – und den Zusammenhalt.

Fazit

All diese Tipps können für Sie nur Anregungen sein. Die Umsetzbarkeit hängt von Ihren persönlichen Lebensumständen ab. Die Arbeitszeit im Homeoffice ist gefühlt immer dann belastender als am Arbeitsplatz im Unternehmen, wenn es Ihnen nicht gelingt, die spezifischen Stressoren zu minimieren.

Aber denken Sie auch immer wieder an die dem Homeoffice eigenen positiven Faktoren. Schließlich fällt auch der so oft stressige und zeitintensive Weg von der Wohnung zu Ihrer Arbeitsstätte weg. Besprechungen werden auf das wirklich notwendige Maß reduziert. Im Home Office lässt sich durchaus mal die Waschmaschine anschmeißen oder ein schneller Einkauf erledigen. Und wer nachmittags lieber mit seiner Tochter spielt, setzt sich eben Abends nochmal zwei Stunden an den Computer. Ganz nach Möglichkeit und Gusto eben.

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Klaus Starch

Klaus Starch, gelernter Volljurist. Nach 20jähriger Tätigkeit im Management internationaler z.T. börsenotierter Unternehmen als CRO; CFO und CEO, zog er den Lehrstuhl dem Chefsessel vor. Seit 2014 lehrt er am Department Psychologie der LMU (Ludwig Maximilian Universität München) und VIU (Venice International University) „Coaching in komplexen Systemen“ und „Krisenintervention“ und engagiert sich in der Mobbingforschung. Vorträge im In- und Ausland führten ihn durch Europa bis nach Südamerika.