Sei kein Frosch in der Pandemie

Veröffentlicht von Klaus Starch am

Das Boiling Frog Syndrom basiert auf Experimenten im 19. Jahrhundert und beschreibt, dass ein Frosch aus einem Topf mit heißem Wasser springt, wenn er hinein geworfen wird. Wird der Frosch hingegen in lauwarmes Wasser getan und dieses langsam erhitzt, bleibt der Frosch trotz der Verschlechterung seiner Umgebungsbedingungen sitzen bis er stirbt.

Was hat das mit der aktuellen Corona-Situation zu tun? In einer Vielzahl von Studien wird die psychische Belastung der Bevölkerung durch die derzeitigen Maßnahmen, die Rahmenbedingungen zu einer zunehmenden Belastung werden lassen beschrieben. Das gilt für alle Lebensbereiche: Familie, Beruf, Schule, Freizeit….. . Durch die lange Dauer dieser Maßnahmen, mit Lockerungen und wieder Verschärfungen kommt es zu einem Gewöhnungseffekt (Boiling Frog Syndrom) der es uns schwer macht den tatsächlichen Status unserer psychischen Gesundheit zu erkennen.

Was hat der Frosch falsch gemacht?

Der Frosch hat zum einen nicht bemerkt, dass die Rahmenbedingungen sich lebensbedrohlich verändert haben, und ist diesen nicht rechtzeitig durch einen Sprung aus dem Topf entkommen.

Wir können den Corona-Maßnahmen leider nicht einfach durch einen Sprung entkommen, aber dafür können wir im Gegensatz dazu an unseren Rahmenbedingungen etwas verändern.

Voraussetzung ist, dass wir die Gefährdung unserer psychischen Gesundheit erkennen und vermeidbare Belastungen eliminieren.

Gesundheitsgefahren erkennen & Belastungen vermeiden

Maßnahmen könnten sein:

  • Bewusste Auszeiten von Arbeit einplanen und sich nicht vom Homeofficearbeitsplatz 24/7 „auffressen“ lassen. Niemand ist mit einem ständig verfügbaren Arbeitnehmer, der aber kaum mehr leistungsfähig ist, gedient.
  • Konflikte im Umfeld strukturiert lösen. Vom einfachen bis zehn Zählen, bis zu einer Auszeit an der frischen Luft.
  • Belastende Kommunikationsformen vermeiden, bzw. die Belastungen in der Kommunikation reduzieren (siehe Kommunikation 4.0).
  • Positive Erlebnisse bewusst machen und genießen, vom Stück Kuchen zum Nachmittagskaffee (natürlich nicht immer, der Winterspeck droht) bis Hobbies mehr Raum in der Zeiteinteilung geben.
  • Teams oder Zoom nicht nur beruflich nützen, sondern auch eine private Gesprächsrunde mit Freunden, die man gerade nicht treffen kann, organisieren.
  • Wenn die Belastung zu groß geworden ist, selbst damit fertig zu werden, professionelle Hilfe holen und nicht warten, bis einen die derzeitigen Rahmenbedingungen weich gekocht haben.

Allein das Gefühl etwas gegen die derzeitig wirklich schädlichen Rahmenbedingungen tun zu können, stärkt die Psyche und vermeidet Ohnmachtsgefühle gegenüber der derzeitigen Situation.

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Klaus Starch

Klaus Starch, gelernter Volljurist. Nach 20jähriger Tätigkeit im Management internationaler z.T. börsenotierter Unternehmen als CRO; CFO und CEO, zog er den Lehrstuhl dem Chefsessel vor. Seit 2014 lehrt er am Department Psychologie der LMU (Ludwig Maximilian Universität München) und VIU (Venice International University) „Coaching in komplexen Systemen“ und „Krisenintervention“ und engagiert sich in der Mobbingforschung. Vorträge im In- und Ausland führten ihn durch Europa bis nach Südamerika.