Was ist Mobbing?

Nicht jeder Konflikt zwischen Mitarbeitern ist eine Vorstufe zu Mobbing. Mobbing zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person längerfristig, systematisch, durch fortdauernde Handlungen eingeschüchtert, angefeindet, erniedrigt, entwürdigt oder beleidigt wird. Ziel des Mobbings ist immer dem Täter eine bessere Stellung im Hierarchiegefüge der Gruppe zu ermöglichen, indem er am Opfer seine Handlungsfreiheit(= Macht) demonstriert.

Wie funktioniert Mobbing?

In jeder Gruppe, in der Mobbing vorkommt, lassen sich verschiedene Rollen immer wieder identifizieren:

  • Täter, die ihre Machtposition ausbauen.
  • Opfer, die als Demonstrationsobjekt der Macht instrumentalisiert werden.
  • Unterstützer des Täters, die dessen Machtdemonstration sichtbar befürworten.
  • Assistenten, die den Täter durch aktive Handlungen bei der Unterdrückung des Opfers helfen.
  • Verteidiger, die aktiv versuchen das Opfer zu schützen.
  • Aussenstehende, zwar sehr genau wissen was vorgeht, aber so tun als ob sie nichts bemerkt hätten und sich zu den Handlungen nicht positionieren.

Am Anfang ist die Gruppe der Probullies ( Täter, Assistenten, Unterstützer) genauso groß wie die der Verteidiger oder der Außenstehenden. Mit der Dauer des Mobbings werden die beiden letzten Gruppen immer kleiner, da sich das Verhalten der Probullies mangels Sanktionierung als Erfolgskonzept erweist.

Warum ist der Schaden beim Opfer so groß?

Im Verlauf des Mobbing erlebt das Opfer, dass seine eigenen Strategien sich vor den Aggressionen des Täters zu schützen, immer wieder versagen. Außenstehenden werden als auf der Probullieseite stehend wahrgenommen, und die, die zu ihnen halten werden immer weniger. Das Gefühl der Hilflosigkeit und Einsamkeit wird immer weiter gefestigt, bis es pathologische Ausprägungen hat.

Welcher Schaden entsteht beim Unternehmen?

Die Zunahme der Mobbingfälle bzw. Mobbingvorwürfe ist für jeden spürbar. Die Folgen im Falle eines bewiesenen Mobbingvorwurfs sind für die Unternehmen erheblich. Arbeitsgerichte bis hin zum Bundesarbeitsgericht sprechen den Opfern Schadensersatz für den Verlust des Arbeitsplatzes, Krankenstandsvergütung, Behandlungskosten und Schmerzensgeld für die erlittenen seelischen Schaden zu. Die hierbei zugesprochenen Summen sind fünf- bis sechsstellig. Darüber hinaus entstehen schwer zu beziffernde Schäden. Das Unternehmen leidet unter einem schlechten Image als Arbeitgeber. Die Produktivität der Mitarbeiter verringert sich, zum einen aus Angst, selbst Opfer des Mobbing zu werden, zum anderen, weil sie nicht wissen, wie sie sich ob der Verletzung eines Kollegen verhalten sollen.

Dreiteilige Serie

Dieser Beitrag ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie von Klaus Starch. Die weiteren Beiträge zu den Themen

2. Mobbingintervention
3. Mobbingprävention

erscheinen in den nächsten Wochen.

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Klaus Starch

Klaus Starch

Klaus Starch, gelernter Volljurist. Nach 20jähriger Tätigkeit im Management internationaler z.T. börsenotierter Unternehmen als CRO; CFO und CEO, zog er den Lehrstuhl dem Chefsessel vor. Seit 2014 lehrt er am Department Psychologie der LMU (Ludwig Maximilian Universität München) und VIU (Venice International University) „Coaching in komplexen Systemen“ und „Krisenintervention“ und engagiert sich in der Mobbingforschung. Vorträge im In- und Ausland führten ihn durch Europa bis nach Südamerika.

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