Krisenprävention: Rechtzeitiges Erkennen und richtiges Handeln sind überlebensnotwendig

Veröffentlicht von Andreas Berchtold am

Die Anbahnung einer Krise – Warum geraten Unternehmen in die Krise?

Das Zitat von Pierre Teilhard de Chardin „Es ist weniger schwierig, Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben“ müsste das Motto jeder Geschäftsführung eines Unternehmens sein, das sich in einer anbahnenden Krise befindet. Es ist immer eine große Herausforderung und Aufgabe, mit einem Unternehmen stets „auf Kurs“ zu bleiben. Unabhängig der Größe, Branche, Wettbewerbslage oder welche anderen vielfältigen oder besonderen Anforderungen das Unternehmen zu erfüllen hat. Gerade, wenn ein Betrieb langjährig erfolgreich geführt wird, ein tolles Image genießt und hervorragende Produkte oder Dienstleistungen erzeugt, kann sich eine gewisse Form des Stillstandes oder „Saturiertheit“ bei Gesellschaftern und Führungskräften breitmachen. Oder einfach gesagt: „Erfolg macht blind“.

Oft fehlen dann, begründet durch die Selbstzufriedenheit, externe oder interne Impulse, die das Geschäft beleben könnten. Strukturen und Prozesse verharren, erforderliche Anpassungen und Entwicklungen werden verschlafen oder schlicht ignoriert. Teils sind aber auch Ideen oder Weiterentwicklungen von Seiten der Führung gar nicht gewünscht oder akzeptiert. Es sinkt die Bereitschaft, Veränderungen, welcher Art auch immer, zu initiieren. Entscheider werden betriebsblind und das Unternehmen verlässt schleichend oder gar „unvermutet“ die bislang verwöhnte Erfolgsspur. Spätestens jetzt befindet sich das Unternehmen in der Vorstufe einer sich anbahnenden Krise.

Fakt ist, dass es unterschiedliche Ursachen gibt, warum Unternehmen in eine Krise geraten.

Rechtzeitiges Erkennen und richtiges Handeln ist das „Gebot der Stunde“

Im weitesten Sinne betrifft dieser Mentalitätswechsel auch den Beginn einer Krise. Rechtzeitiges Erkennen und richtiges Handeln in einem frühen Krisenstadium erhöht die Wahrscheinlichkeit erheblich, erst gar nicht in Insolvenznähe zu geraten. Jetzt ist allerdings Handeln angesagt. Kein Aktionismus, sondern eine klare und strukturierte Analyse der Sachlage, verbunden mit einer verbindlichen und maßnahmengerechten Umsetzung.

Und genau hier „versagen“ leider oftmals die Beteiligten. In erster Linie versagen Gesellschafter und Geschäftsführung, da das Erkennen und vor allem das Eingeständnis der Existenz einer Krise ausgeblendet werden. Ebenso leider auch nicht immer von Erfolg gekrönt agieren auch Steuer- und Wirtschaftsberater, da es nicht zu ihrer Kernkompetenz gehört, Kritisches zu übermitteln. Es wird weggeschaut, Schieflagen und Fehlentwicklungen werden nicht ausreichend thematisiert und angesprochen. Es ist Bestandteil unserer Kultur und gehört zu einer gewissen „geschäftlichen Etikette“, solche Dinge nicht zu thematisieren. Und wenn die Themen dann doch aufkommen, ist es in der Regel meist zu spät ist, denn dann befindet sich das Unternehmen in trauriger Regelmäßigkeit bereits mitten in der Liquiditätskrise. In dieser Krisenphase sind die Handlungsspielräume dann nur noch sehr begrenzt und vor allem ist das Zeitfenster für eine Rettung häufig viel zu klein.

Fazit und Empfehlung

Das Fazit ist naheliegend: Gesellschafter und Management müssen sich mit dem Phänomen „Krise“ intensiver beschäftigen und deutlich früher agieren, um die Krise und eine mögliche Insolvenz in der Folge, abzuwenden. Insofern vertreten wir die Meinung, dass hier ein nachhaltiger „Mentalitätswechsel“ in den Führungsetagen von Unternehmen eintreten muss.

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Andreas Berchtold

Andreas Berchtold absolvierte ein Studium als Wirtschaftingenieur und war danach in verschiedenen Aufgaben tätig. Darunter auch als alleinverantwortlicher Geschäftsführer einer großen Rollenoffsetdruckerei. Bereits seit 2006 ist er vielschichtig und engagiert als Restrukturierungsmanager tätig. Dabei hat er über alle Branchen hinweg erfolgreich verschiedenste Sanierungsprojekte ganzheitlich und eigenverantwortlich geleitet. Heute ist er Geschäftsführer der accantus AG.

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