Stabilität schaffen durch strategische Partnerschaften

Allianzen und strategische Partnerschaften können eine sehr sinnvolle Alternative zu einem M&A-Prozess sein, meint EKDD-Aufsichtsrat Joachim Haas. „Allerdings müssen sie nach kurzer Zeit verbindlich sein“.


Wenn man sich den werktäglichen print.de-Newsletter anschaut, scheint es so, als ob Erfolgsmeldungen über Unternehmensentwicklungen und innovative Technologien zur Ausnahme in der Druckerwelt werden. Ebenso scheint die verbliebene Handvoll auf Druckereien spezialisierter Unternehmensberatungen weder mandatiert noch erhört zu werden oder ob der angeblich verbreiteten Beratungsresistenz bereits resigniert zu haben.
In konsolidierenden Märkten, die von Überkapazitäten, Margendruck und immer professioneller auftretenden Käufern dominiert werden, wird es noch wichtiger, die eigene Unternehmensentwicklung mit geeigneten Kennzahlen ständig – vor allem selbstkritisch – zu analysieren. Sich mit „Gleichgesinnten“ zu vergleichen, im Einzelfall auch vertrauensvoll abzustimmen, ist mindestens ebenso wichtig wie das Abliefern von mehr oder weniger beruhigenden Zahlen an Gesellschafter und Banken. Was in anderen Branchen gang und gäbe ist, Lösungsansätze von „außen“, also branchenfremd und mit professioneller Beratung, zu suchen und umzusetzen, ist in der Druckbranche wenig verbreitet, geschweige denn angekommen.
Wenige erfolgreiche Druckunternehmen, häufig mit Unternehmensentwicklungs-
Knowhow von Konzernzentralen unterstützt oder von so genannten Quereinsteigern aus anderen Branchen erfolgreich geführt, gehen – aus Traditionssicht bewertet – unkonventionelle Wege. Sie setzen formulierte, zukunftsorientierte Ziele konsequent sowie nachhaltig um, während sie kapitalkräftig bleiben oder von überzeugten Geldgebern getragen werden.
Sicherlich ist es kein leichter Schritt, seine (häufig einst) identitätsstiftende
Firma und ihre Mitarbeiter einem professionellen M&A-Prozess „auszusetzen“.
Doch schon alleine die selbstentschiedene Beauftragung einer Wertanalyse (nennen wir es „pre-due diligence“) öffnet meist die eigenen Augen und vor allem die von Führungskräften, Familienmitgliedern und Gesellschaftern.
Eine sinnvolle Alternative, häufig eine auch Vorform von M&A, sind verbindliche strategische Partnerschaften mit Unternehmen aus oder außerhalb der Branche 
Dies können Allianzen im Bereich Einkauf, Energie(rück)gewinnung, Immobilien oder Logistik sein, um nur einige Beispiele zu nennen. Entscheidend ist, dass diese Allianzen über das Sich-einig-Sein auf einschlägigen „Jammer-Foren“ (sorry, liebe Veranstalter) deutlich hinausgehen. Sie müssen nach kurzer Zeit vertragliche Formen annehmen wie beispielsweise ein Joint-Venture, eine Eigentümergemeinschaft oder eine Einkaufsgenossenschaft. Nach meiner persönlichen Erfahrung werden solche Konzepte umso erfolgreicher, je mehr Beteiligte mit einem Blick von draußen und mit Erfahrungen aus anderen Kooperationen sowie Branchen, manchmal auch Ländern, eingebunden werden.


EKDD

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Die strategische Einkaufsgenossenschaft für Druckereibetriebe in Deutschland.EKDD bietet seinen Kunden eine zentrale Beschaffungsplattform für Materialien und Dienstleistungen mit Einkaufsvorteilen durch bessere Preise und eine optimierte Abwicklung.

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